Glossar


"Die Seemannssprache aller Zungen besitzt eine Fülle urkräftiger Wortgebilde und Redensarten. Hier ist nichts von des Gedankens Blässe angekränkelt, hier quillt alles aus dem unmittelbar Erlebten und Gewerkte
n." Kapitän Ernst Alexander Römer: Der Wind weht von Anbeginn, Verlag Die Brigantine, Hamburg 1963

 

Verzeichnis seemännischer Wörter

Achtknoten/ Figure of Eight Knot: Einfacher Stopperknoten, der z.B. in das Ende einer Leine gelegt wird, um deren Ausrauschen aus einem Block zu verhindern. 

Affenfaust/ Monkey`s Fist: Sphärischer Knoten, der bereits auf Dampfschiffen als Wurfleinenknoten diente. Durch eine Kugel oder einen rundlichen Stein in seinem Körper beschwert, ist der Wurfleinen-knoten selbst heute auf Seeschiffen nicht fortzudenken. Als Zierknoten besonders für die Fertigung einfacher Schlüsselanhänger geeignet. 

Altweiberknoten: Ein von Seeleuten niemals angewandter Knoten, der für das Schuhebinden und das Schnüren von Paketen weit verbreitet ist.

Aufschießer: Segelsport, unter Segeln in den Wind drehen, in den Wind schießen.

Aufschricken: Am Poller oder um Belegnägel belegte Schoten, Brassen, Festmacher u.a., die unter starkem Zug stehen, ein klein wenig fieren, einen Schrick geben.

Auge: Schlinge in einer Leine oder Trosse. Runde Öffnung in Holz,Eisen, Segeln, durch die etwas gesteckt oder in der etwas befestigt oder aufgehängt werden kann.

Augbolzen, engl. Eye-Bolt: In das Deck oder die Aufbauten eines Schiffes eingelassener und mit einer runden Öffnung versehener Metall-, bolzen , durch den z.B. eine Leine geführt, ein Block befestigt, oder eine Talje angeschlagen werden kann.

Augspleiß, engl. Eye-Splice: In das Ende einer Trosse eingespleißtes Auge.

Auspicken: a. aushaken, b. auskneifen, fortlaufen. Aufschießen: Eine Leine in Buchten geordnet legen. Marinespr.: Sich übermäßig lange mit einer Arbeit beschäftigen.

Ausrauschen: Die Kontrolle einer Schot, eines Tauendes, einer Festmacherleine verlieren.

Back, engl. Forecastle: Decksbereich auf dem Vorschiff, wo sich u.a. Ankereinrichtung und Wohnbereich (Logis) der Matrosen, der "Männer vor dem Mast", befinden.

Aussingen: Bestimmte Meldungen und Anordnungen (Befehle) wurden besonders in der Zeit der großen Segelschiffe "ausgesungen". Dazu zählten z.B die Rufe des Glasens, das Melden der Wassertiefen beim Loten mit dem Handlot, Weckrufe der Segelwachen und Rufe für gleichmäßiges, energisches Arbeiten beim Setzen und Bergen der Segel oder beim Ankerlichten.

Bankhaken; engl. Bench Hook : Etwa 10 cm langer Metallhaken, mit Wirbelschäkel und Bändsel versehen. Das Bändsel an der Segelmacherbank belegt, der Haken im Segel eingepickt, so konnte der Segelmacher die Strecke, die er gerade nähte straff halten und so besser und sauber die Naht legen.

Bändsel, Bindsel :
a)
Wird mit dünnem Fasertauwerk (Bändselgut) oder Draht, z.B. auf zwei starke Trossen aufgesetzt, um diese zusammenzubringen.
b) Der Ausdruck "Bändsel" (engl. lanyard), bezeichnet einfache Schnüre , wie auch aus dünnem Tauwerk geflochtene , an welchen man Werkzeuge und andere kleine Gegenstände befestigte. Beispiele: Pfeifenbändsel, Messerbändsel u.a.

Bändselgut, Bändselwerk, engl. Spunyarn : Dünnes, aus zwei bis drei Garnen gedrehtes Tauwerk, mit einem Durchmesser bis zu 2 cm. Marlleine, Schiemannsgarn, Hüsing, Bindfaden, Takel- und Segelgarn, Netzgarn.

Bekleeden, Bekleiden, engl. Serving; : Faser- und Drahttauwerk wird zum Schutz gegen Witterungseinflüsse und Schamfilungen bekleedet/bekleidet.Dazu wird die Trosse mit Hilfe einer Talje (s.d.) auf Reck (s.d.) gesetzt. Die Keepen werden mit Schiemannsgarn oder Hüsing ausgelegt (trensen), um eine glatte, runde Oberfläche zu erhalten. Um die Trosse werden dann, mit dem Schlag und überlappend, etwa zehn Zentimeter breite Segeltuchstreifen gelegt (smarten, schmarten) und mit Marlschlägen befestigt (marlen).Nun erfolgt mit der Kleedkeule das eigentliche Bekleeden, indem die Trosse mit Schiemannsgarn oder Hüsing, Bucht an Bucht gegen den Schlag fest umwickelt wird. Die Kleedkeule besitzt bei diesem Arbeitsvorgang die Funktion eines Hebels.

Bekneifen: Etwas festsetzen, so daß es in augenblicklicher Position bleibt. Abstoppen. Auch die Parten eines schwer lösbarer Knotens `bekneifen` sich.

Belegen, engl. belay : Fallen, Schoten, Brassen, Geitaue, Gordings u.a. festmachen.

Belegnagel, Koffeenagel, Koffeinagel; engl. belaying pin : Hölzener oder eisener, in der Nagelbank gelagerter runder Pflock, von ca 45 Zentimeter Länge, auf dem Laufendes Gut belegt wird.

Brass, Brassen, brassen, engl. Brace, Braces:
a)
Leine oder Trosse zum horizontalen Schwenken der Rahen.
b) Kommando, die Rahen eines Seglers mit Hilfe der Brassen in eine bestimmte Richtung zum Wind zu stellen (brassen). " Die Brassen waren Taljen ( Flaschenzüge ) aus Draht und Tau zum Drehen der Rahen.

Dänischer Pützenknoten/Common Matthew Walker Knot: Stopperknoten, identisch mit dem einfachen Schauermannsknoten. Der Knoten fand Verwendung beim Scheren von Taljereeps und überall dort, wo ein Tauende gestoppt werden mußte. Die einst an Bord verwendeten Holzeimer, Pütz/Pützen genannt, besaßen Tragegriffe aus dreikardeeligem Tauwerk, deren Enden mit diesem Knoten versehen waren. Daher der Name.

Diamant Knoten/Diamond Knot/Knife Lanyard Knot: Dieser Knoten ist vielseitig anwendbar und nach unterschiedlichen Methoden auszuführen. Bekannt ,offenbar seit dem 17. Jahrhundert, benutzte man ihn als Stopperknoten wie auch als Zierknoten. Der Diamant Knoten kann aus mindestens zwei, aber auch aus mehreren Parten gelegt werden. Heute ist dieser formschöne Knoten mehr oder weniger als Zierknoten zu betrachten.
In zeitgenössischen deutschen Übersetzungen englischsprachiger Knoten Bücher wird der "Diamant Knoten" völlig falsch mit "Taljereepsknoten" übersetzt. Vgl. hierzu: "Taljereep" und "Taljereeps-knoten".

Doppelter Palstek/ Bowline in/on the Bight:Das doppelt gelegte Auge des Knotens ist stärker belastbar als das des einfachen Palsteks. Verwendung des Doppelten Palsteks auch als behelfs-mäßiger Bootsmannsstuhl.

Drehknüppel, Dreher; engl. Heaver , Heaving Mallet: Kurzes Rundholz , das mit Bohrungen oder einem Schlitz versehen ist. Der Drehknüppel wird benutzt, um Bändsel auf starke Leinen oder Trossen aufzusetzen. Ahnlich, wie die Kleedkeule, basiert die Arbeit des Drehknüppels ebenfalls
auf dem Prinzip der Hebelwirkung.

Dritte Hand/ Deerde Hand, engl. Handy Billy: Kleine dreischeibige Talje, die an Bord für leichte Arbeiten an der Takelage eingesetzt wurde. Der zweischeibige Block der Talje war mit einem Steert versehen, mit welchem diese am stehenden Gut belegt werden konnte. Kraftersparnis 1 : 4.

Ende, engl. End/ Bitter End: Anfang und Ende einer Leine werden jeweils "Ende" genannt. Auch ein kurzes Stück Tauwerk nennt der Seemann "Ende". Spricht er von einem "Tampen", so meint er damit ebenfalls ein "Ende", meist aber ein kurzes. Mit "Tampen" bezeichnet er allerdings auch eine unhandige Leine oder Trosse. Ja, und steht er irgendwo an, z.B. ganz am Ende einer Schlange, dann "steht er am Tampen".

Faden, engl. Fathoms: Längenmaß 1,83 Meter

Fall, Fallen, engl. Halyard: Laufendes Gut, Tauwerk zum Heißen und Einfieren der Segel.

Fallreepsknoten/Manrope Knot: Aus drei oder vier, oft mit dünnem Segeltuch benähten Kardeelen, gelegter Endknoten. Verwendung an Gangway-Leinen, Stropps von Blöcken, Seekisten-griffen usw.

Fetthorn; engl. Grease Horn : Ein Utensiel des Segelmachers. Mit Rindertalg gefülltes Kuhhorn in welchem die Segelnadeln, vor Rost geschützt und griffbereit, lagerten. Das Fetthorn wurde am Gürtel getragen oder hing an der Segelmacherbank. Fetthörner waren häufig kunstvoll beschnitzt und graviert.

Fid, Fidden, Fitt, Fitten; engl. Fid, Mz. Fids : Konisch zugeschliffenes oder gedrehtes Werkzeug zum Spleißen von Fasertauwerk. Material: Hartholz, Walbein, Elfenbein.

Fiddlers Green: Des Seemanns Himmel, in den er aufsteigt, wenn seine Zeit gekommen ist. "Fiddlers Green" versprach "Janmaat" alle seine Wünsche, von denen er auf See einst träumte: Gute Behandlung, gutes Essen, Rum und Bier und schöne Mädchen.

Flämisches Auge, engl. Flemish Eye : Eine Methode, ein Auge in eine geschlagene Trosse zu legen, ohne die Kardeele miteinander zu verspleißen. Die Kardeele der Trosse werden bis in die einzelnen Kabelgarne aufgedreht und je zur Hälfte nach links und rechts zur Seite . Über einem Rundholz, dessen Durchmesser der gewünschten Größe des Auges entspricht, werden die Kabelgarne, jeweils von rechts und links kommend mit einem Überhandknoten verbunden. Das noch nicht geformte Auge wird in Richtung Stehende Part mit Marlschlägen belegt. Die Kabelgarne werden unterhalb des Auges verjüngt und ebenfalls auf gewünschter Länge bemarlt.Das Flemische Auge fand dort Verwendung, wo der übliche Augspleiß aufgrund seines stärkeren Umfangs hinderlich war, z.B. bei Liekarbeiten am Segel.

Fuchsje/ Füchse; engl. Foxes: Aus zwei bis vier Kabelgarnen alten Tauwerks, auf dem Oberschenkel gerolltes Bändselgut, unterschiedlicher Längen.

Fuß : " Ein in der Seefahrt zur damaligen Zeit sehr gebräuchliches Maß. 1 Meter = 3,28 Fuß engl. "

Fußblock: Ein an Deck, z.B. auf der Back , befestigter Block zur Bedienung der Vorsegel.

Fußpferd/ Fußpeerd/ Pferde; engl. Footrope, Horses : In etwa Hüfthöhe unter den Rahen von Großseglern, querschiffs verlaufende Taue/ Drahttaue, auf welchen die Seeleute beim Segel losmachen und Segel auftuchen, stehen und Halt finden. " Mit dünnen Teergarnen bekleidete Drähte (Achterkante unter der Ra, zu beiden Seiten des Klüverbaumes), in denen der Seemann stand, wenn er auf die Raa oder den Klüverbaum stieg, um Segel festzumachen. Es gab Fuß-, Nock- und Handpferde."

Fußpferdknoten, Fußpeerdknoten, engl. Footrope Knot : Seemannsknoten aus zwei Garnen, die jeweils rechtwinklig zueinander und je zur Hälfte, durch das Fußpferd gestochen werden. Aus den nunmehr vier Garnen wird der Knoten gelegt. Das Durchstechen der Garne durch das Fußpferd verhindert ein Verschieben des Knotens und gibt den Seeleuten Halt. Dieser Knoten wurde mehr im Bereich der Fußpferde unter dem Klüverbaum benutzt. Dieser Knoten fand auch auf den Enden von geschlagenem Tauwerk als Stopperknoten Verwendung. Er wurde dann mit den Kardeelen gelegt.

Garnstropp, engl. Salvagee Strap: Ein aus Kabelgarnen gelegter Ring (Grommet) oder geflochtener Zopf zum Abstoppen auf Zug stehender Leinen.

Gatchen, Gatje, engl. Eyelet: Mit Takelgarn benähte Löcher am Segelrand. Dienen zum Anschlagen der Segel an den Rahen.

Geien/ Aufgeien : Dichtholen der Segel bis Unterkante Rah.

Geitau , Geitaue: Laufendes Gut,Tauwerk zum Aufgeien von Segeln.

Gien/ Gientalje;; engl. Purchase/ Four-Fold Purchase : Eine mindestens fünf- oder mehrscheibige Talje (Flaschenzug).

Gording, Gordinge, Gordings; : Laufendes Gut, Taue zum Aufgeien von Segeln. Gordings verlaufen quer über die Rahsegel und greifen an deren Unterlieks an.

Gordischer Knoten: Sagenhafte Wuling! Kein Seemannsknoten, da er nicht dessen Eigenschaften ( u.a. sich schnell lösen zu lassen) besitzt. Mag sein, daß Seeleute sich in"Fiddlers Green" (Seemanns-Himmel) damit herumschlagen.

Grommet, Grummet, Kardeelring, engl. Grommet: Aus einem Kardeel gearbeiteter Ring. Wurde zum Stroppen (Einbinden) von Blöcken benutzt.

Gut: Bezeichnet jegliches Tauwerk, das an Bord Verwendung findet. Vom dünnen Segelgarn bis hin zur starken Trosse.

Hahnepoot, Kreuz, Krone/Crown Knot: Aus drei oder mehr sich überkreuzenden Parten gelegter Knoten. Beim Rückspleiß der Anfangsknoten vor dem ersten Durchstich der Kardeele. Grundelement diverser Gebrauchs- und Zierknoten.

Handläufer: Seem. für Sicherheitsleine aus Tauwerk, Handführung an Niedergängen u.a.

Handpferde, engl. Hand Horses : " Tau- oder Drahtringe, fest angebracht an der Raa. Dienten dem Seemann als Halt auf der Raa. "

Herkulestauwerk: Naturfasertauwerk (Manila- oder Sisalhanf), dessen Kardeele mit dünnen Drahtkardeelen verstärkt sind. Vorteile: Mehr Festigkeit als reines Naturfasertauwerk und lehniger (geschmeidiger) als reines Drahttauwerk.

Heuer, engl. Wages : "Die vor einem Seemannsamt oder, im Ausland vor einem deutschen Konsulat, im Beisein des Kapitäns sowie des Schiffmannes gegenseitig vereinbarte, monatliche Entlohnung für den kommenden Schiffsdienst."

Hooftaue/Ratlines : Schwere Hanftaue, später Eisendrähte, die den Untermast des Großseglers zu beiden Seiten gleichmäßig abstützten. Am vollgetakelten Mast waren es sechs Hooftaue.

Hüsing, engl. Spunyarn: Aus zwei bis drei Garnen hergestelltes, ca. 2 mm starkes, geteertes, Bändselgut, das zum Annähen der Segel und für die Ausführung feinerer Tauwerksarbeiten benutzt wurde.

Hundepint, Hundepünt, engl. Pointing: Feine, aus dünnem Garn oder auch aus den Kabelgarnen einer Trosse ausgeführte Flechtarbeit, die auch als Katning bezeichnet wird.Bei dieser Arbeit wird das Ende einer Leine (z.B. einer Schot) mit dem Messer zugespitzt, bemarlt und dann mit einer Matte belegt (benäht). Die mit dem Hundepint benähte Leine kann nun leicht durch Blöcke geschoren und durch enge Augen geführt werden. Eine andere Definition: " die in kunstgerechter Weise durch Ausschaben und Einflechten der Garne bewirkte kegelförmige Zuspitzung eines Tauendes; nd. pint = lat. penis".

Hundsfott: Kleines Auge an einem mit Tau gestroppten Holzblock zum Befestigen der stehenden Part einer Talje. Auch das eiserne Auge eines metall-beschlagenen Blocks, an welchem die stehende Part einer Talje befestigt wird. Unter Seeleuten ein Schimpfwort für Drückeberger, Menschen mit schäbigem Charakter usw.

Jolltau: Talje, bei welcher die holende Part immer durch den festen Block läuft.

Juffer/ Jungfer, engl. Deadeye: 1.Runder Holzblock mit Löchern, durch die das Taljereepsgut geschoren wird. 2. ( runder flacher Block mit mehreren Löchern; nd. junfer; ndl. juffer ). Das durch die Jungferlöcher fahrende Ende wird durch Dichtholen zum Steifsetzen von Tauwerk ( Wanten ) benutzt. 3."Ein im Durchmesser ca. 15-20 cm runder, an zwei gegenüberliegenden Seiten auf 8-10 cm abgeflachter, dicker Hartholzblock. An seiner äußeren Rundung war eine wantentau-dicke Führungsrille zur Umspleißung des Hoftaues. In den abgeflachten Seiten befanden sich Löcher zum Durchscheeren des Tallreep-Taues." (Hans Blöss)

Kabelgarn, engl. Ropeyarn : Aus Planzen- oder Kunstfasern gesponnene dünne Seile, die zu Kardeelen geschlagen werden (s.Tauwerksherstellung).

Kabelgatt, engl. Boatswain`s Locker: Lagerraum für Tauwerk und seemännische Ausrüstung

Kabelschlag, engl. Cable Laid Rope: Drei fertig geschlagene Leinen oder Trossen miteinander zu einer entsprechend stärkeren Trosse gedreht, ergeben den Kabelschlag.

Kardeel, Kardeele, engl. Strand, Strands: Aus Kabelgarnen geschlagener Stränge, die zu Leinen oder Trossen geschlagen werden (s. Tauwerksherstellung).

Kardeelstropp, engl. Sennit : Aus Kardeelen einer Trosse hergestellter Stropp, der zum Abstoppen (Abfangen) von belastetem laufenden Gut benutzt wurde.

Kausch, Kausche, engl. Thimble: Holz- oder Metallring, dessen Außenkante aus einer umlaufenden Nut besteht. Kauschen werden zur Verstärkung und Schonung von Tauwerk in Augspleißen, Lägeln an Segeln und in Grommets benutzt.Bei den Kauschen wird unterschieden in Rundkauschen und Herzkauschen.

Katning, Katnings, engl. Pointing: Der Ausdruck Katning ist eine alte, dänische seemännische Bezeichnung, für bestimmte Flechtmuster zum Bekleiden/ Umflechten von Tauwerk, Werkzeugen, Flaschen und Tongefäßen. Katnings können aus einem oder mehreren Garnen geflochten werden.

Keep, Keepen: Die Hohlräume zwischen den Kardeelen einer Leine oder Trosse.

Klappläufer,engl. Single Whip : Einscheibige Talje. Kraftersparnis 1 : 2.

Kleedkeule, Kleidkeule, engl. Serving Mallet : Hammerförmiges Werkzeug, mit einer an seinem unteren Teil verlaufenden Längsnut. Wird benutzt, um Tauwerk zu bekleeden (Hebelwirkung).

Klotchen, Klotje, engl. Dead Eyes, Bulls Eyes: Kugelförmige, mit einer Bohrung versehene Klotchen werden auf einen Rackring aufgezogen und dienen somit der Führung einer Gaffel am Mast. Ringförmige Klotchen, die eine umlaufende Nut besitzen, werden im Liek von Segeln verwandt und in die Vorderseite von Rahsegeln eingearbeitet. Durch diese Klotchen laufen die Gordings, die zum Aufgeien der Segel dienen.

Knittels, engl. Knettles/Nettles/Nittles: Aus zwei oder drei Fuchsjes, handgedrehtes Bändsel-gut. Verwendung: Beim Bekleeden, Aufsetzen von Hundepints und Schweinsrücken, Fencywork.

Kreefbüdel, Greifbeutel, Greifsack, Büdel, Zampel, engl. Ditty Bag: Werkzeugbeutel der Seeleute mit einem "Steertstropp", einer oft kunstvoll geflochtenen Knotenarbeit, zum Tragen, und einer "Maling" (seemännische Malerei) verziert.

Kreuzknoten/ Reef Knot: Dient zum Verbinden von zwei gleichstarken Leinen.

Labsal, Labsalen, Labsalben, engl. to pay with rigger`s tar: Das Konservieren des Stehenden Gutes mit einem Teer/ Leinölgemisch. Beim Bekleeden von Drahttauwerk wird die Smarting (Segeltuchstreifen) zusätzlich gelabsalt zum Schutz gegen Witterungseinflüsse.

Last, engl. Locker: Marinesprachlich für Lagerraum, z.B. Bootsmannslast, Proviantlast, E-Last usw.

Laufendes Gut, engl. Running Rigging: Alles Tauwerk, das durch Blöcke geschoren wird, also beweglich ist.

Leguan: Dicker, bekleideter (mit Katnings) Stropp, mit einem oder zwei Augen. Wurde benutzt, um die Gabel von Gaffelbäumen am Mast zu halten, als Schutz gegen Schamfilung, als Bugfender usw.

Leine:
a)
Allgemein eine Bezeichnung für Trossen und Taue.
b) Geflochtenes Tauwerk 5 bis 16mm Durchmesser.

Liek, lieken: Ein in die Kante eines Segels eingenähtes Stück Tau. "Lieken" bezeichnet die Tätigkeit, hier das Nähen, des Segelmachers.

Litze, Litzen: aus mehreren Garnen oder Drähten geschlagen, entsteht in der Seilersprache eine Litze. Gleichzusetzen mit Ducht und Kardeel in der Sprache der Reepschläger.

Löwen Messer: Das, Ende des 19. Jahrhunderts von der Firma Lütters, Solingen, produzierte und von deutschen Seeleuten seither bevorzugte Scheidemesser. Das Löwen Messer wird noch heute in gleicher Form hergestellt.

Logis, engl. Forecastle : Wohn- und Schlafraum der Mannschaft (Crew). Auf einem Segelschiff meist im Vorschiff , " vor dem Mast" gelegen.

Mann vor dem Mast: Bezeichnung für den Seemann der Segelschiffszeit, der im Logis untergebracht war und daher „vor dem Mast“ wohnte.

Marlen, engl. Parcel, to: Dritter Arbeitsschritt beim Bekleeden einer Trosse. Nachdem der Segeltuchstreifen um die Trosse gewickelt wurde, wird dieser mit Marlschlägen (halbe Schläge mit dünnem Bändselgut) befestigt

Marlspiker, engl. Marlinespike: Konisch zugeschliffenes oder gedrehtes Werkzeug aus Stahl zum Spleißen von Drahttauwerk.

Marline: Dünne, aus zwei Garnen geschlagene Leine, die zum Annähen der Segel, zum Marlen und Bändseln benutzt wird.

Matte, Matten: Flechtarbeit aus dünnerem Tauwerk. Matten wurden als Schamfilungsschutz, als Unterlage bei Lade- und Löscharbeiten, in der Leckabwehr, oder ganz einfach als Fußmatten benutzt.

Matthew Walker: Seemann oder Takler, vermutlich englischer Herkunft, der offenbar den nach ihm benannten "Matthew Walker Knot" erfand. In der maritimen Literatur erscheint der Knoten erstmals in Darcy Lever`s "The Sheet Anchor", im Jahre 1808. Bekannt sind der "Single MW" und der "Double MW". Deutsche Seeleute kennen diese Knoten als "Einfacher Schauermannsknoten" und "Doppelter Schauermannsknoten".

Nagelbank: Starke Holzbank, die beidseitig der Masten eines Segelschiffes fest installiert ist. Die Nagelbank ist mit Bohrungen versehen, in welche die Belegnägel gesteckt sind. Auf den Belegnägeln wird das Laufende Gut belegt.

Nahtglätter, engl. Seamrubber: Segelmacherwerkzeug zum Glätten der Segelnaht und des Saumes eines zu nähenden Segels. Nahtglätter waren aus Holz oder Walbein selbsthergestellte Werkzeuge des Segelmachers.

Neunschwänzige Katze, engl. Cat o`nine tails: Aus Tauwerk hergestellte Peitsche mit neun Striemen. Im 18. und 19.Jh. besonders auf amerikanischen und englischen Kriegsschiffen als „Züchtigungsinstrument“ bei Disziplinverstößen der Seeleute benutzt.

Palstek/Bowline: Mit einem einfachen Palstek wird ein Auge in das Ende einer Leine gelegt. Ein seit Jahrhunderten in der Seefahrt bewährter, schnell und einfach auszuführender Knoten.

Pardunen: Stehendes Gut, stützt auf Segelschiffen die Masten oder Stengen schräg nach achtern ab.

Platting, Plattings, engl. Sennit, Sinnet: Aus zwei oder mehreren dünnen Garnen gearbeitete Flechtarbeiten, die auf Segelschiffen u.a. für die Herstellung von Gurten und Stroppen ausgeführt wurden, aber auch in vielen seemännischen Freizeitarbeiten aus Tauwerk zu finden sind.

Pockholz, Eisenholz, Lignum Vitea: Tropisches Hartholz aus Mittelamerika und der Karibik (Guayacan-Holz), das für die Herstellung von Blockscheiben, Belegnägeln, Klotchen und Jungfern benutzt wurde. Die Seeleute fertigten sich gern ihre Werkzeuge wie, Fid, Kleedkeule und Nahtglätter aus Pockholz.

Poller: Kurzer, dicker Pfahl, oder ein dickes eisernes Rohr (z.B. altes Geschützrohr), das an Land stabil befestigt ist und auf dem die Festmacherleinen belegt werden. An Deck des Schiffes kennt man Eeinfache Poller, Doppelpoller, Kreuzpoller und Dppelte Kreuzpoller.

Pricker, engl. Pricker: Werkzeug zum Spleißen von dünnem Drahttauwerk. Wird aber auch für die Ausführung kleinerer Arbeiten , wie Aufdrehen von Schäkelbolzen, Stechen von Löchern im Segeltuch u.a. benutzt.Im Gegensatz zum Marlspiker ,besitzt der Pricker einen Holzgriff.

Reck, der Reck: Dehnbarkeit von Tauwerk. Herstellerangaben in Prozent. Hanftauwerk 15 bis 20%, geteert 10 bis 15%. Manilatauwerk 20 bis 25%.

Reihleine, Reihbändsel/engl. Lacing: Bändselgut zum Anschlagen(Anreihen) von Gaffelsegeln. Dünne Leinen zum Dichtsetzen (reihen) von Segelbezügen und Hängemattskleidern.

Schamfilen/ Schamfielen, engl. Chafe: Seemännische Bezeichnung für Scheuern, Reibung von Tauwerk oder Segeln besonders am Stehenden Gut. Zum Schutz gegen Schäden durch Schamfilen, verwendete man an sensiblen Stellen Tausendbein (s.d.) oder Matten ( Schamfilungsmatte ).

Schauermannsknoten/ Matthew Walker Knot, common and full: Vielseitig anwendbarer Stopperkoten, unter Seeleuten sehr bekannt. Verwendung besonders beim Scheren von Taljereeps.

Scheeren: Tauwerk durch Blöcke, Kauschen, Augen und andere Öffnungen führen.

Schiemannsgarn, engl. Spunyarn: Dünnes zwei- oder drei-Garn-Gut aus geteertem Hanf. Wird besonders zum Bekleeden des Stehenden Gutes benutzt.

Schiemann, schiemannen: Ein für die Aufsicht und Instandhaltung der Takelage eines "Topps" (Mast) Verantwortlicher wurde als "Schiemann" bezeichnet. Die zum Schutze und zur Reparatur der Takelage auszuführende Arbeit, nannte man "schiemannen".

Schmarten, smarten, engl. Parceling: Das spiralförmige Umwickeln einer Trosse mit Streifen von Segeltuch ( dritter Arbeitsschritt beim Bekleeden).

Schotstek, doppelter Schotstek/Sheet or Common Bend: Ein Knoten zum Verbinden zweier ungleich starken Leinen.

Schwabber, engl. Swabber: Bis in die Kabelgarne aufgedrehter Taustropp, der zum Trocknen des nassen Decks (Deckschwapper) verwendet wurde.

Schweinsrücken, engl. Ringbolt Hitching: Aus einem oder mehreren Garne gearbeitete Flechtarbeit, mit der Handläufer, Reelingsstützen und Augen in Leinen und Trossen bekleidet werden.

Schwichtung: Durchsetzen (Straffen, die Loose herausholen) lose gewordener Taue des stehenden Guts mit einer Schwichtleine oder Ketten, um sie wieder zum Tragen zu bringen.

Schwichten: Durch Taue zusammenschnüren, zusammenbändseln.

Seele, engl. Heart: Vierkardeeliges Naturfasertauwerk wurde aus Form- und Stabilisierungsgründen um ein dünneres Tau in seiner Mitte, die Seele, geschlagen.

Seekistengriff, Sea Chest Becket: Aus Kabelgarnen oder dünnem Hanfgarn, oft kunstvoll geknüpfte und bemalte Tragegriffe für die Seemannskiste. Einfache Griffe für die Seemannskiste bestanden aus Grommets oder wurden aus geschlagenem Tauwerk gespleißt.

Segelkoje : Raum, in dem die Segel gelagert waren/ Arbeitsplatz des Segelmachers.

Segelmacherbank, engl. Sailmakers Bench: Werkbank des Segelmachers , die mit Bohrungen zur Aufnahme der Werkzeuge versehen ist. In der Segelmacherei ist diese Werkbank mit einem fest angebrachtem Vierkantholz ausgestattet, an welchem beim Nähen des Lieks der Bankhaken beigebändselt wird.

Segelmacherhandschuh, Segelhandschuh, engl. Sewing Palm: Werkzeug des Segelmachers aus Leder mit einem aufgesetztem, geriffeltem Metallplättchen. Die Segelnadel findet Halt in diesem Metallplättchen und kann dann bei entsprechender Kraftaufwendung durch das Segeltuch gedrückt werden. Segelmacher benutzten einen leichteren Nahthandschuh und einen schweren Liekhandschuh.

Spanische Winsch, engl. Spanish Windless : Mittels eines Hebels und eines kurzen Stückes Tauwerk kann bei Anwendung der Spanischen Winsch große Spann- oder Zugkraft erzielt werden. Wird benutzt, um Blöcke einzubinden.

Spleißen/ Spleiß, engl. Splicing, to splice : Aufdrehen der Kardeele einer Leine oder Trosse und Verflechten derselben mit den festen Kardeelen der Leine/Trosse. " Eine kunstgerechte Verflechtung eines Taues mit einem anderen oder mit sich selbst. Diese Verflechtung ist durch keine Kraft zulösen, es bricht eher das Tau, bevor die Verflechtung, Spleiß genannt, sich löst. Es gab für den Seemann Tau- und Drahtspleiße, sie unterteilten sich in Aug-, Kurz- und Langspleiße."

Stag, Stagen: Alles Drahttauwerk, früher Hanftauwerk, das die Masten eines Seglers nach vorn abstützte.

Stander: 1.An Rahnocken, Stagsegelschoten und anderen Teilen der Takelage befanden sich Taljen (Blockverbindungen). Das nicht in seiner vollen Länge für die Talje benötigte, oft meterlange, von der Rahnock, von der Stagsegelschot ab gerechnete erste Stück bestand aus Hanf oder Stahldrahttauwerk, das man als Stander bezeichnete. Stander: Ein stehendes Tau, eine stehende Kette oder Stütze. 2. Eine dreieckige Signalflagge/ Wimpel.

Stehendes Gut, engl. Standing Rigging: Stehendes Gut ist das zum Befestigen der Masten, Rahen, Bäume fest angebrachte Tauwerk der Takelage. Die Tauwerksverbindungen sind an beiden Enden fest, d.h., sind starr, unbeweglich angebracht. Stehendes Gut: Stagen, Wanten, Pardunen, Stander.

Stenge: Eine Verlängerung des Mastes.

Stropp, Stroppen, engl. Salvagee, Gasket: Kardeelring (Grommet), zu einem Ring gespleißte Trosse, z.B. Ladestropp, auch aus mehreren Lagen dünner Garne gelegter Ring. Stroppen bezeichnet das Einbinden von Blöcken.

Takel, engl. Purchase: Schwere Talje (Gien), Blockverbindung zur Erzielung von Kraftersparnis.

Takel mit Mantel: Blockverbindung. Eine Verbindung von Jolle und Talje.

Takelage, engl. Rigg, Rigging: Umfassende Bezeichnung für die Segelausrüstung, d.h. Masten, Spieren, Segel, Tauwerk.

Takelung, Takling, engl. Seizing: Abbinden des Endes einer Leine oder Trosse mit Takelgarn, um dessen Aufdrehen zu verhindern.

Talje: Eine Verbindung von Tauwerk und zwei oder mehr Blöcken, die zu einer Kraftersparnis verhilft. Je nach Anzahl der in den Blöcken befindlichen Scheiben, spricht man von zwei-, drei- oder mehrscheibigen Taljen.

Taljereep/ Tallreep, engl. Lanyard:
1.
Istzu vergleichen mit einer Talje (Gientalje) und dient zum Dichtholen des Stehenden Guts, z.B. der Wanten auf Segelschiffen. "Hanftaue, durch Jungfern geschoren, zum Haltern der Hoftaue, Pardunen, Stagen usw. des Seglers."
2. Leinen, oder Enden, an welchen etwas befestigt wird, z.B. Messer, Marlspiker oder Blöcke.
Mit Anfang des 20. Jahrhunderts wurden auf Segelschiffen die Taljereeps durch Spannschrauben ersetzt. "Das Schiff hatte nirgends Spannschrauben, wie sie auf später gebauten Seglern üblich waren. Wir fuhren nur Tallreepe, überall dort, wo etwas zu haltern war. Ein Tallreep war ein Hanftau durch Jungfern geschoren".  Kapitän Hans Blöss: Bürger der Ozeane und Meere, Schmidt & Launig, Kiel 1968

Taljereeps/ Tallreepsknoten, engl. Wall Knot, single or double: "Beim Tallreepscheren mußte an einem Ende des Tallreeptaues zum Haltern an der Jungfer ein Tallreepknoten angebracht sein."

Tausendbein, engl. Baggy Wrinkle: Aus Tauwerksresten geflochtene, einfache, lange, schmale, in der Regel 2 bis 3 Meter lange, und 1 bis 6 Zentimeter breite Matte. Das Tausendbein ist ein Schamfilungsschutz ( Schutz vor Scheuern, vor Reibung) für alles stehende Gut an Bord eines Seglers. Es wird spiralförmig um Stagen, Wanten und Pardunen gewunden , um schlagende Segel und Laufendes Gut, das an stehendem Gut scheuert, vor Verschleiß zu schützten. Reichen 2 bis 3 Meter Tausendbein an einer Stelle nicht aus, so wird einfach eine zweite Länge angebändselt.

Tauwerk: Damit ist alles Bindematerial gemeint, das auf einem Segelschiff Verwendung findet, also vom Takelgarn bis hin zur starken Trosse aus Naturfaser oder Draht. Das Tauwerk für Großsegler wurde in einer Reepschlägerbahn von ca. 350 Meter Länge aus Hanf oder Manilla hergestellt. Dies Material wurde zunächst in voller Längeder Bahn in Garne ( seemännisch: Kabelgarne ), gesponnen. Diese Kabelgarne wurden, je nach Verwendung und Zweck, von einigen bis zu ca. 18 Stück, zu einem Kardeel, diese wiederum normal zu dreien zu einem Tau zusammengedreht. Für Trossen und Kabeltaue ließen sich die Anzahl der Kabelgarne, somit die Stärken der Kardeelen dem Zwecke angepaßt, beliebig erweitern."

Ters, Terser, Tersch, Terzer, Stehender Fid, engl. Standing Fid: Der Stehende Fid wird vor allem in der Segelmacherei benutzt. Ist in eine Mutt oder in einen Lägel am Segel eine Kausch oder ein Klotchen einzuarbeiten, so werden Mutt oder Lägel auf den Stehenden Fid gelegt und mit einem Holzhammer runtergeschlagen, damit sie sich weiten.Ist die Weitung groß genug, so nimmt man die Mutt oder den Lägel schnell ab und drückt die Kausch oder das Klotchen (die sich wieder zusammenziehen) hinein.

Toppsgast: Ein Matrose, dem vom Steuermann die Verantwortung übertragen worden war, während seiner Wache die Takelage eines bestimmten Mastes in Ordnung zu halten.

Totenkopf: Eine vermutlich im 17./ 18. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung für `Juffer/ Jungfer`. Siehe auch `Dodshoft (e).

Trensen, engl. to worm, worming: Erster Abeitsschritt beim Bekleeden einer Trosse. Die Keepen der Trosse werden mit Schiemannsgarn oder Hüsing ausgelegt, um eine glatte, runde Oberfläche auf der zu bekleedenden Trosse zu haben.

Trosse: Tauwerk ab 24mm Durchmesser und großer Länge. Standard: 220 Meter.

Trossenschlag: Eine dreikardeelige Leine oder Trosse " rechtsgeschlagen".

Trossenstek/Carrick Band: Dient u.a. dem Verbinden starker Leinen. Die kurzen Enden der Leinenverbindung sind beizubändseln. Der Trossenstek ist auch die Grundstruktur einiger Zierknoten, z.B. des zweipartigen Diamantknotens.

Überhandknoten: Der einfachste und nach der Schöpfung vom Menschen wohl zuerst angewandte Knoten. Der Überhandknoten hat lediglich eine Funktion: Er ist ein Element anderer Knoten.

Überhandknoten, Doppelter: Der doppelte oder mehrfache Überhandknoten eignet sich als griffiger Knoten in Kletterseilen. Von den Incas Perus war er Mittel für deren "Geschichtsschreibung und Rechnungswesen". Die Incas besaßen keine Schriftsprache.

Verfangen : Kurzfristig von einer Tätigkeit ablösen. Ein Segel oder ein Fall verfängt sich in der Takelage und ist dann unklar.

Verjüngen, engl. taper : Unter Verjüngen versteht der Seemann das Ausdünnen der Kardeele einer Trosse indem er Kabelgarne und Fasern entfernt, um z.B. die letzten Durchstiche eines Augspleißes oder eines Langspleißes schlank auslaufen zu lassen. Ausdünnen der Kabelgarne einer Trosse, z.B. vor der Fertigung eines Hundepints, oder der Kardeele vor dem letzten Durchstich eines Augspleißes.

Wanten: Stehendes Gut. Stützt die Masten nach den Seiten ab. Zwischen den Wanten sind die Webleinen eingespleißt, die den Seeleuten das Aufentern ermöglichen.

Wantknoten/ Shroud Knot: Bevor Drahttauwerk auf Segelschiffen Einzug fand, bestanden die Wanten in der Regel aus vierkardeeligem Hanftauwerk, das oftmals brach. Für die schnelle Aus- führung von Reparaturen benutzte man den Wantknoten. Dazu wurden die vier Kardeele der beiden Enden eine kurze Strecke aufgedreht und ineinander übergehend zusammengesteckt (wie beim Rückspleiß). Aus den vier Kardeelen jeder Seite wurde dann, gegen den Schlag des Tauwerks, ein einfacher Taljereepsknoten gelegt. Abschließend wurden die Kardeele jeder Seite, spitz zulaufend ausgedünnt, und mit Bändselwerk gekleedet. Der Wantknoten war auch in dreikardeeligem Tauwerk durchaus üblich.

Wantschlag/ Shroud Laid: Aus vier Kardeelen, um eine "Seele" geschlagenes Tauwerk.

Wantstropp, engl. Sea Gasket, Roband: Aus einem Platting geflochtener Stropp der zum Niederholen oder Spannen von gebrochenem Stehenden Gut, z.B. Pardunen, benutzt wird. Der Wantstropp kann auch aus Kabelgarnen gelegt und bemarlt werden.

Webeleine/Ratline: Dünnes Hanftau das zwischen den Hooftauen angenäht wird und als Sprosse zwischen den Wanten dient (Aufentern).

Webeleinenstek/Clove Hitch: Knoten, mit welchen die Webeleinen zwischen den Wanten verbunden sind sind. Dient auch als Festmacherstek, wenn z.B. eine Leine ohne eingespleißtes Auge auf einem Poller zu belegen ist. In diesem Falle wäre der Webeleinenstek zusätzlich mit einem oder zwei halben Schlägen zu sichern.

Wieling: Fender aus Tau oder Leder für Boote; nd. welen = dicke Taue, die außenbords gehängt werden, um Beschädigungen der Außenhaut von Schiffen oder Booten, zu vermeiden.

Wielen: Die vier niedrigen Blockräder früherer hölzerner Schiffslafetten.

Willig: Zügig, etwas schneller, z.B. etwas fieren oder einholen.

Winsch, Winde: Durch Dampf oder elektrischen Antrieb bewegte Vorrichtung zum Aus- und Einhieven von Leinen und Lasten.

Wulen: Mit Tau oder Kette rauh umwickeln

Wuling: 1. Eine mit Tau oder Kette aufgelegte rauhe Umwicklung, z.B. des Bugspriets an der Stelle, wo er am Schiffskörper befestigt ist. 2. Marinesprachlich ein durch Ungeschicktheit erzeugtes Durcheinander von Sachen.

Wulingstek: Ein ungeschickt oder schlecht ausgeführter Knoten.

Würgestek, Konstriktor Knoten/ Constrictor Knot: Kein Seemannsknoten, da er nicht die Eigenschaft, sich leicht öffnen zu lassen, besitzt. Trotzdem ein brauchbaren Knoten, um ein aufgedröseltes Ende schnell, kurzfristig, abzubinden. Eignet sich besonders bei der Ausübung von Fancywork, wo schnell mal einige Parten dünnen Garns zusammenzubändseln sind.

Zeising, Zeisinge/ Beschlagzeisinge, engl. Robands, Sea Gaskets : " Kleinfingerdicke, weiche Manilataue, mit denen die Segel an Bord des Seglers festgemacht wurden.

Zeug: Ein älterer Begriff für die umfassende Takelage, d.h., für Masten, Rahen, Segel, Tauwerk und Blöcke.

Zoll: Längenmaß 1 Zoll entspricht 2,54 cm, englisch 1 inch.

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