SSS "Gorch Fock"
Arbeitsvorgänge in der Takelage III


Bedienung der Stagsegel

Bei allen Manövern ist dringend darauf zu achten, daß die Stagsegelschoten ständig steifbleiben und ein Schlagen der Stagsegel verhindert wird. Losekommende Schoten bedeuten bei schwerem Wetter ernste Gefahr für Stagsegelgasten und Segel. Beim Arbeiten an den Stagsegeln niemals in Lee der Schoten stehen (Verletzungsgefahr bei Bruch). Schoten beim Setzen und Bergen der Stagsegel grundsätzlich mit einem vollen Rundtörn um den Belegnagel nehmen, um Schlagen des Segels zu verhindern. Dazu ist beim Setzen der Stagsegel bei gut aufgefiertem, klarlaufendem Niederholer die Schot so steif wie möglich zu holen und zu belegen, bevor das Segel geheißt wird (das gilt vor allem für schweres Wetter). Ein späteres weiteres Durchsetzen der Stagsegelschoten geschieht von innen nach außen (beginnend mit der Vorstengestagsegelschot). Luvschoten stets gut überholen. Bei schwerem Wetter zum Setzen der Stagsegel das Fall grundsätzlich durch einen Fußblock scheren, um es auflaufen zu können. Das Gleiche gilt beim Bergen für den Niederholer. Ein halb niedergeholtes Segel schlägt am stärksten, daher muß das völlige Niederholen ohne Unterbrechung am besten durch Auflaufen des Niederholers erfolgen (Fußblock). Beim Niederholen der Stagsegel darf die Schot erst dann langsam gefiert werden,wenn durch ihr Steifkommen das weitere Niederholen verhindert wird. Sinngemäß gilt dasselbe beim Wenden und Halsen, wo im Falle, daß die Segel nicht geborgen und nach dem Manöver neu gesetzt werden sollen, bei ganz dichtgeholten Schoten nun die bisherige Leeschot langsam in die jetzt neue Leeschot eingefiert wird. Dabei darf in beide Schoten keine Lose kommen. Das Schlagen des Segels ist dann meist unwesentlich, da es bei steif nach achtern geholtem Schothorn sehr schnell backfällt. Großstengestagsegel und Besanstagsegel werden immer niedergeholt, da dieses wegen des Schiftens der nur einfachen Schot erforderlich wird.


Das Brassen der Rahen

Jedes Brassen der Rah hat eine direkte Auswirkung auf Schot und Hals der Untersegel. Sie müssen also in jedem Falle besetzt und nötigenfalls bedient werden. Dasselbe gilt bei festen Segeln für die "luvwerdenden" Gordings und Geitaue, die mitgefiert werden müssen, wegen einer entstehenden Wegverlängerung. Unerläßlich ist fernerhin die Bedienung der Untersegeltoppnanten. Luvtoppnanten sind zu fieren. Leetoppnanten sind zu holen (gleichzeitig Unterstützung zum Steifsetzen des Halses).

Man unterscheidet beim Brassen die Rahstellungen:

Vierkant (gemessen zur Schiffslängsachse)
1 Strich (Unterah 1 Strich vorlicher als Quer)
2 Strich (Unterrah 2 Strich vorlicher als Quer)
Frei von den Pardunen (Unterrah etwa 30 cm breit frei von den Wanten)
"Hart über Stbd.-(oder Bb.-) Bug" (Unterrahen liegenleicht an den Leepardunen an).

Wichtig:
Beim Brassen müssen Toppnanten der Unterrahen bedient werden:
Leetoppnant holen!       Luvtoppnant fieren! 
(Gordinge festgemachter Segel nicht belegen, sondern lose über den Nagel, beim Brassen entsteht Wegverlängerung.)

 

Bergen der Rahsegel

Alle Segel können zugleich geborgen werden. Fock, Großsegel und Untermarssegel werden nur aufgegeit. Obermarsegel werden nur eingefiert. Bram und Royalsegel weren eingefiert und aufgegeit.
a) Beim Fieren der Rahen darauf achten, daß Luvbrassen geholt werden (Wegverkürzung). Je mehr die Rah in den Wind kommt, um so besser ist sie zu fieren. Im umgekehrten Falle besteht die Gefahr des Verkeiens.
b) Bei verkeiter Rah Segel erneut vorschoten, dann Luvbrass und Geitaue holen und Rah fieren. Werden die Geitaue bei belegten Schoten geholt, wirken sie als Niederholer.
c) Gordings dürfen erst dann ganz dicht geholt werden, wenn Toppnanten tragen, sonst bleiben die Rahen in den Gordings hängen.  

 

gorch fock.brass.med


Kommandos und Arbeitsvorgänge beim Segelbergen

 1. Alle Segel bergen!
    Toppsgasten beider Wachen ----enter auf!
    Toppsunteroffiziere und Toppsgasten entern auf.

 2. An die Geitaue, Gordings und Niederholer, klar bei Schoten, Halsen und Fallen!
     Die entsprechenden Staionen an Deck werden besetzt.

 3. Hol steif!
     Lose aus Geitauen und Gordings wird durchgeholt.

 4. Gei auf---Hol nieder---Fier die Segel!
     Geitaue, Gordings und Niederholer werden geholt, Schoten, Halsen und Fallen werden gefiert.

 5. Brassen, Fallen, Toppnanten und Niederholer steif!
     Sie werden gut durchgesetzt und belegt.

 6. Segel fest---Oberrahgasten enter auf!
     Royal-, Bramrah- und entsprechendeStagsegelgasten entern auf.

 7. Enter auf!
     Alle übrigen Gasten entern auf.

 8. Leg aus!
     Auf den Fußpferden und Schwichtings wird ausgelegt.

 9. Hol auf!
     Die Segel werden auf die Rahen geholt und festgemacht.

10. Toppweise Brassen und Toppen!
      Die Rahen werden ausgerichtet. 

11. Klar Deck!
     Sämtliches Tauwerk wird aufgeklart.

 

Gefahrenkommandos zum Segelbergen

       1. Klar bei Obersegelfallen!
           Royalsegel- und entsprechende Stagsegelfallen werden besetzt.

       2. Fier ein die Obersegel!
           Die Royalsegel werden eingefiert, entsprechende Stagsegel niedergeholt.

       3. Gei auf die Obersegel!
           Die Royalsegel werden aufgegeit.

Sind die Obersegel bereits geborgen, so kann entsprechend "klar bei Bramfallen" oder "klar bei Obermarsfallen" befohlen werden, um die gewünschten Segel zu bergen. 

 

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